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Ärger mit Kollegen gehört laut einer aktuellen Studie des Personalunternehmens Orizon zu den Top 3-Stressfaktoren von Arbeitnehmern in Deutschland. Aber was tun, wenn zwischen Bürostuhl und Kaffeemaschine mal wieder die Fetzen fliegen, oder – fast noch schlimmer – man gar nicht mehr miteinander redet? Je nach konkreter Situation gibt es unterschiedliche Strategien, um wieder zu einem konstruktiven Miteinander unter Kollegen zu finden.

Worum geht’s hier eigentlich?!

Streit ist nicht gleich Streit. Der erste Schritt, um einen Konflikt lösen zu können, ist zu verstehen, was eigentlich Sache ist. Das Problem kann zum Beispiel in einem Macht- oder Verteilungskonflikt liegen, wenn zwei Menschen bei einer anstehenden Beförderung miteinander konkurrieren. Vielleicht geht es um eine Auseinandersetzung in einer Sache, wo die Beteiligten schlicht abweichende Ansichten zu einer inhaltlichen Frage haben. Auch unterschiedliche Werte sind ein häufiger Stein des Anstoßes im Job. Die eine braucht klare Strukturen und Abläufe, die andere wird erst bei ein bisschen Spontaneität und Chaos kreativ. Der eine will morgens von jedem gegrüßt werden, für den anderen ist das nicht so wichtig. Und manchmal handelt es sich auch schlicht um ein Kommunikationsproblem – Missverständnisse entstehen, wenn man aneinander vorbei oder erst gar nicht mehr miteinander redet.

Das Gespräch suchen

Als ersten Schritt sollten Sie daher stets versuchen, mit Ihrem „Kontrahenten“ zu sprechen. Tun Sie das nicht mit Wut im Bauch, sondern sachlich und überlegt. Tragen Sie Ihre Haltungen klar als Ihre vor, statt sich hinter der „man“-Form zu verstecken. Vermeiden Sie Vorwürfe und Provokationen und stellen Sie stattdessen Fragen. Nicht: „Immer lässt du überall dein dreckiges Geschirr rumstehen“, sondern besser: „Ist dir schon einmal aufgefallen, dass du häufiger dein benutztes Geschirr nicht wegräumst?“. Dazu gehört auch eine ordentliche Portion Kompromissbereitschaft. Mit der Haltung, dass Sie sowieso im Recht sind und der oder die andere falsch liegt, würden Sie die Lage eher noch verschärfen. Sich in der Mitte zu treffen, hilft hingegen beiden. Versuchen Sie außerdem deutlich zu machen, was ein bestimmtes Problem für Sie persönlich bedeutet, statt Verallgemeinerungen anzustellen. Und auch wenn Sie Ihren Kollegen vielleicht gerade am liebsten auf den Mond schießen möchten – das oberste Gebot in einem Konflikt lautet Empathie. Versuchen Sie sich in die Situation Ihres Gegenübers hineinzuversetzen: Was könnte dahinterstecken, dass er oder sie sich gerade so verhält? Die wenigsten Menschen handeln aus reiner Boshaftigkeit.

Natürlich gibt es auch Situationen, die einfach total verfahren sind. Bevor ein solcher Konflikt völlig eskaliert, ist es ratsam, sich Unterstützung von außen – sprich einem nicht am Streit Beteiligten – zu holen.

Bevor gar nichts mehr geht – neutrale Vermittler suchen

Für die Unterstützung von außen kommen grundsätzlich mehrere Optionen in Betracht. Schwelt ein Konflikt zwischen Kollegen seit langer Zeit und findet immer wieder neue Nahrung, kann es sinnvoll sein, einen professionellen Mediator hinzuzuziehen. Dieser fungiert als Vermittler, der den Streithähnen keine fertige Lösung präsentiert, sondern hilft, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen, den anderen zu verstehen und gemeinsam nach einem tragfähigen Kompromiss zu suchen.
Auch ein Kollege aus einer anderen Abteilung oder ein Mitglied des Betriebsrats kann als unparteiischer Dritter fungieren.

Das „Machtwort“ des Chefs hingegen ist in vielen Fällen keine so gute Idee, weil sich einer der Beteiligten dadurch übervorteilt und ungerecht behandelt fühlen kann. Das würde den Konflikt nur noch weiter anheizen. Es gibt jedoch Ausnahmen. Dazu gehören Kompetenzstreitigkeiten im Team oder ungünstige Aufgabenverteilungen, für die der Vorgesetzte – gemeinsam mit den Beteiligten – eine Lösung finden sollte. Absolut eindeutig ist die Lage, wenn es sich um Mobbing unter Kollegen handelt: Hier darf der Chef nicht zuschauen, sondern muss zum Schutz des betreffenden Mitarbeiters einschreiten.

Schließlich kann aus widerstreitenden Meinungen am Ende auch etwas Gutes entstehen – wenn man konstruktiv mit ihnen umgeht. Konflikte gelten als Motor des Wandels, der im Idealfall eine positive Entwicklung befördert.

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