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Glamouröse Siegesfeiern, TV-Interviews und weltweite Anerkennung auf der einen, abgestandener Kaffee, nine to five und Routineaufgaben auf der anderen Seite: Profisport und Büroalltag haben auf den ersten Blick recht wenig gemeinsam. Auf den zweiten Blick aber doch eine ganze Menge. Jenseits von „Du kannst alles schaffen, wenn du nur willst“-Plattitüden können wir uns zum Thema Motivation, Außenseiterdasein oder Krisen für unseren Job so einiges von Leistungssportlern abschauen. Schließlich sind auch Bundesliga-Fußballer oder Profi-Boxer nur ganz normale berufstätige Menschen. Wenn auch ziemlich ordentlich bezahlte.

Talent trifft Motivation

Keine Frage: Um es in einer bestimmten Sportart bis ganz nach oben zu schaffen, müssen mehrere Dinge zusammen kommen. Dazu gehören eine große Portion Talent, harte Arbeit und ein bisschen Glück. Aber letztlich sind genau das auch die Faktoren, die den beruflichen Erfolg von uns allen bestimmen. Den Anfang macht das Talent bzw. das Interesse für ein bestimmtes (Fach-)Gebiet. Menschen mit Höhenangst als Turmspringer? Schwierig. Mit zwei „linken Füßen“ zum Profifußballer? Eher nicht. Wer sich in der Schule jahrelang im Mathe-Unterricht gequält hat, wird kaum ein Informatikstudium beginnen. Wer sich hingegen schon immer gerne um andere Menschen gekümmert hat, für den ist vielleicht ein sozialer Beruf das Richtige. Ist man gut in etwas und hat Spaß daran, fällt es deutlich leichter, sich zu motivieren und mit hohem Einsatz am Erfolg zu arbeiten.

„It’s not a wish concert“[1]

Spitzensportler streben oft nach Perfektion und fokussieren sich mit eisenharter Disziplin auf das nächste Großereignis wie Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele. Dabei bleibt meist wenig Zeit für Interessen abseits des Sports oder gar Müßiggang mit Freunden und Familie. Zugegeben: In den meisten Jobs würde man sich mit einem solch kompromisslosen Verhalten ziemlich schnell ins Abseits schießen. Wer mag schon einen Kollegen, der ausschließlich über sein nächstes Projekt redet und mehr Überstunden sammelt als die ganze restliche Abteilung zusammen?! Gleichwohl: Wer ein Ziel hat – ob den Ausbildungsabschluss, ein wichtiges Projekt oder eine Beförderung – und konzentriert darauf hin arbeitet, wird erfolgreicher sein als derjenige, der sich plan- und lustlos treiben lässt. Dabei kommt es nicht darauf an, dass alles im ersten Versuch gelingt oder gar perfekt wird. Um es mit Basketball-Idol Dirk Nowitzki zu sagen: „Wenn du alles gibst, kannst du dir nichts vorwerfen.“

Keine Angst vor Goliath – als Außenseiter punkten

Nicht immer geht man im Leben als Favorit in ein Duell, sei es im DFB-Pokal, im Wimbledon-Finale, im Vorstellungsgespräch oder beim Versuch, einen neuen Kunden zu gewinnen. Im Sport kann die Rolle des „Underdog“ besonders anspornen und dadurch Kräfte freisetzen, die – gepaart mit Risikobereitschaft und ein bißchen Glück – zum Erfolg führen können. Übertragen auf das Berufsleben bedeutet das freilich nicht, sich in Harakiri-Manier in Projekte zu stürzen, von denen man keinen blassen Schimmer hat und damit einen herben Verlust zu riskieren. Gleichwohl können wir von den sportlichen Außenseitern etwas lernen, zum Beispiel für die Bewerbung um einen neuen Job.

Der Pokal hat seine eigenen Regeln – die Jobsuche auch

Liest man – gerade als Berufsanfänger – die Anforderungsprofile so mancher Stellenanzeige, kommt man sich schnell vor wie eine Amateurmannschaft im Duell gegen den FC Bayern München. Der Abschluss in einem der genannten Studienfächer und die geforderten IT-Kenntnisse liegt zwar vor, aber: mindestens 5 Jahre Berufspraxis? Mit Führungserfahrung? Fließend Englisch und erweiterte Arabisch-Kenntnisse? „Keine Chance“, mag manch einer denken. Aber keine Sorge: Personalverantwortliche in Unternehmen packen in ihre Stellenprofile meist alle Anforderungen, die ein perfekter Kandidat erfüllen würde – wohl wissend, dass es ihn oder sie nicht gibt. Zugegeben: Manche Anforderungen müssen für bestimmte Jobs einfach erfüllt werden. Wenn sich jemand ohne Führerschein auf eine Stelle als Kurierfahrer bewirbt, dürfte auch die kreativste Begründung dafür fehlschlagen. Jenseits der zwingend notwendigen Qualifikationen besteht jedoch eine ganze Menge Spielraum. Bei der eigenen Entscheidung, ob man sich auf eine Position bewirbt, sollten daher eher folgende Überlegungen ausschlaggebend sein: Traue ich mir die beschriebenen Aufgaben zu? Welche Erfahrungen und Talente bringe ich mit, die für das Unternehmen besonders interessant sein könnten, auch wenn diese im Stellenprofil vielleicht gar nicht genannt sind? Aus einer überzeugenden Bewerbung wird schnell die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch – und damit ist der erste Schritt zum Traumjob, auch als vermeintlicher Underdog, bereits getan.

Ohne Krisen geht es nicht

Kein Mensch, der es im Sport an die Spitze schafft, erreicht das ohne die eine oder andere Krise. Egal, ob man nun vor allem dem eigenen Körper oder aber der eigenen Psyche alles abverlangt – den schnurgeraden Weg nach oben gibt es nur sehr selten. Verletzungen, private Krisen oder ein ausgewachsenes Motivationstief können den steilen Aufstieg vorübergehend bremsen. Im Job gibt es für die meisten von uns ähnliche Aufs und Abs. Kein Job ist immer nur eitel Sonnenschein und es ist völlig normal, an manchen Tagen nur mit gebremster Euphorie bei der Sache sein zu können. Entscheidend ist es, die Ursachen eines beruflichen Formtiefs zu ergründen und eine entsprechende Entscheidung zu treffen: Handelt es sich nur um eine Phase, deren Ende bereits in Sicht ist? Oder erfordert das Ausmaß der Krise einen weitreichenden Schritt – zum Beispiel, dass man sich nach einem anderen Arbeitgeber bzw. einem anderen Aufgabenbereich umschaut?

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“[2]

So oder so: Auf eine Krise folgt im Idealfall das glorreiche Comeback. Der österreichische Skirennfahrer und Olympiasieger Hermann Maier verlor im Jahr 2001 bei einem schweren Unfall beinahe sein rechtes Bein – und feierte in der Saison 2003/2004 nach einem sensationellen Comeback den erneuten Sieg des Gesamtweltcups. Wenngleich es im Berufsalltag – zum Glück – meist weniger riskant und gefährlich zugeht, so ist auch hier ein Rückschlag ganz gewiss noch nicht das Ende. Es klingt nach Kalenderweisheit, aber auch im Job lässt sich aus Fehlern und Krisen tatsächlich eine ganze Menge lernen. Das betrifft einerseits äußere Faktoren, zum Beispiel, dass man in einer vergleichbaren Situation künftig anders handeln oder andere Entscheidungen treffen würde. Andererseits können sich aber auch innere Einstellungen oder Erwartungshaltungen in Folge einer Krise verändern und somit zu einer Stärkung beitragen. Die Voraussetzung für ein starkes Comeback ist jedoch, sich nicht dauerhaft zurückzuziehen, sondern mit breiter Brust zurück in den sprichwörtlichen Ring zu steigen.

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[1] Jürgen Klopp, Trainer des FC Liverpool, bei einer Pressekonferenz im Januar 2016.
[2] Sepp Herberger (1897-1977), früherer Trainer der deutschen Herren-Fußballnationalmannschaft.